DasSpiel

Das Spiel 1.2/1.3

Historie

Stand: 2017-07-02

Januar 2011

Hinsichtlich des einfachen-Biotop-Projektes kann von Fortschritten berichtet werden in dem Sinne, daß bereits viele Konstellationen aussortiert werden konnten, die keine Selbstorganisation ermöglicht haben. Bleibt aber immer noch sehr viel zu testen. Zudem wird diskutiert, ob nicht durch übersehene Parameter oder ungünstige Startbedingungen bedingt funktionierende Konstellationen übersehen worden sein könnten. Nunja, es wird jedenfalls intensiv weitergesucht, während der Aufbau des neuen Systems gleichzeitig gute Fortschritte macht, die verfügbare Rechenleistung steigt deutlich schneller als vermutet, was auch daran liegt, daß die Prozessoren auch immer effektiver genutzt werden können, weil man durch die Verwendung einheitlicher Prozessoren zahlreiche beschleunigende Eigenschaften dieser effektiv nutzen kann.

Auch die Aktion des Kunstmuseums 'Radfahren im Winter' macht gute Fortschritte, zahlreiche Künstler und Programmierer haben Projekte angemeldet, einige davon sind sogar bereits fertig. Die Anmeldung ist bis Mitte Januar einzureichen, das Projekt soll bis Ende Januar fertig sein, damit im Februar die Ausstellung eröffnet werden kann.

In einige Projekte sind bereits Ansätze zur verbesserten Darstellung von Schneeflocken eingegangen. Zu dem Projekt selbst sind einige weitere Interessierte dazugestoßen, so daß man sehr gespannt sein darf, mit welchen originelle Ideen und Strategien die Darstellung in Zukunft optimiert werden kann.

Für 2011 wurde ansonsten kein starrer Entwicklungsplan festgelegt. Bekannt ist, daß einige neue Module entwickelt werden, ansonsten wird auf breiter Front daran gearbeitet, neue Szenarien bereitzustellen oder alte mit den neuen Möglichkeiten von Version 1.1 aufzupeppen.

Februar 2011

Die Aktion des Kunstmuseums 'Radfahren im Winter' macht weiterhin gute Fortschritte. Wie geplant sind bis Anfang Februar zahlreiche Projekte eingegangen, an denen bis zur Eröffnung der Ausstellung am 2011-02-19 noch weitere Feinarbeit geleistet wird, während der Ausstellungsbereich insgesamt für alle teilnehmenden Projekte aufgebaut wird und die Anordnung der Projekte zueinander festgelegt wird.

Hinsichtlich des AI-Projektes ist zu berichten, daß praktisch die komplette Installation wieder hergestellt ist. Aufgrund der Verwendung neuer Komponenten ist jetzt bereits die Rechenleistung deutlich größer als vor dem Wasserschaden. Es kommen allerdings noch neue Komponenten hinzu und weitere Feinabstimmungen sind noch notwendig. Jedenfalls haben inzwischen alle bislang pausierenden Projekte die Arbeit wieder aufgenommen. Auch das Biotop-Projekt läuft weiter, von dem bereits erste interessante Ergebnisse gerüchteweise im Umlauf sind - es sei nur so viel verraten, selbstorganisierte Materie ('Leben') scheint auf verschiedenen Wegen zu realisieren zu sein, nicht nur in Form der irdischen Ursuppe...

März 2011

Die wie geplant am 2011-02-19 eröffnete Sonderausstellung 'Radfahren im Winter' ist auf großes Interesse gestoßen. Zum einen liegt das daran, daß einige der neuen Szenarien dazu geeignet sind, die Leistungsfähigkeit der GPUs auszureizen, bietet also für Technikinteressierte allerhand. Zum anderen sind die sehe naturnahen, detailliert strukturierten Szenarien auch für detailverliebte Spieler ein großes Erlebnis - gut und da es ohnehin viele Radfahrer unter den Spielern gibt, ist das Thema an sich nattürlich schon von großer Anziehungskraft. So mancher Künstler hat hier eigene Mißgeschicke und Erlebnisse verarbeitet und so mancher Besucher fühlt sich teils schmerzlich an eigene Erfahrungen zum Thema erinnert. Bei alle dem bietet natürlich auch der allgemeine virtuelle Winterzauber viel Vergnügen.

Nachdem alle AI-Projekte wieder laufen, können nun auch diverse AIs wieder besucht werden, um zu interagieren. Aktuell sind das eher tagesaktuelle Fragestellungen, die teils auch spontan aufkommen, je nachdem, wer als Besucher oder Mitarbeiter gerade hinzustößt. Die festen Arbeitsgruppen und die AIs lassen sich gerne durch neue Sichtweisen inspirieren. Derzeit ist allerdings noch kein weiterer Ausflug der AIs in die öffentlichen Weiten des internets geplant, es werden aber lose Ideen und Vorschläge gesammelt.

April 2011

Nachdem die AIs wieder laufen und bei deren Entwicklung auch große Fortschritte in den letzten Jahren gemacht werden konnten, wurde ein neuer großer Touring-Test angesetzt, bei dem möglichst viele Spieler mitwirken sollen. Zusätzlich werden verschiedene lokale Gruppen für unabhängige Gäste sorgen, die ein breites Erfahrungsprektrum abdecken sollen, um eine bessere und breitere Statistik zu bekommen, die genauere Aussagen zuläßt. Verschiedene Gruppen führen allerdings die Tests zu verschiedenen Zeitpunkten durch, wobei Gäste sowohl real vor Ort teilnehmen als auch über open-psych-plugins teilnehmen. Termine sind über den April und den Mai verteilt. Als Ergänzung werden die AIs auch in virtuellen Szenarien in menschlicher Gestalt eingesetzt, womit untersucht werden soll, ob oder wie andere Spieler oder Gäste diese AIs in direkter Interaktion zu identifizieren versuchen.

Ein neues Szenario hat für viel Spaß gesorgt und hat sich als das Überraschungsabenteuer in der Spielergemeinde erwiesen. Dies ist ein komplett abstraktes Szenario, bei dem die Spieler durch Objekte repräsentiert werden, die sich aus ihrer Stimmung ergeben. Die Umgebung des Szenarios selbst reagiert ebenfalls auf die Spieler. Das Erlebnis ist schlecht zu beschreiben, man muß dabei gewesen sein. Das Szenario ist zudem selbstlernend, je mehr bereits gespielt wurde, desto reichhaltiger wird das Szenario. Während anfangs die Reaktionen auf und Repräsentationen von Stimmungen noch recht einfach waren, ist das Szenario viel reichhaltiger geworden. Auch die Anzahl der gleichzeitig anwesenden Spieler vergrößert die Reichhaltigkeit des Szenarios und die Erlebnistiefe der Spieler.

Mai 2011

Die Touring-Tests sind im vollen Gange - und wo sie bereits gelaufen sind, sind sie auf großes Interesse gestoßen, sowohl bei Spielern als auch eingeladenen Gästen. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse wird es nach Beendigung aller Tests geben. Die AIs in menschlicher Gestalt sind allerdings bereits als ein Höhepunkt von vielen genannt worden. Je nach eingesetztem Modell sind die Ergebnisse jedoch recht verschieden und insbesondere die Ersteller der Modelle, die besonders häufig auffliegen sind nun am Grübeln, woran das liegen könnte. Was macht menschliches Verhalten aus? Trotz einer breiten Variationsbreite des Verhaltens von Menschen fallen einige Modelle offenbar besonders auf, nahezu unabhängig davon, welche AI gerade welches Modell verwendet, um menschlich zu erscheinen.
Nicht besonders überraschend ist ansonsten, daß es weiblichen Testern viel einfacher fällt und es ihnen vor allem schneller gelingt, bei den zweifelhaften Modellen die AI zu identifizieren.

An der Problematik der Zeitverzögerung wird ja schon länger gearbeitet, insbesondere in Kombination mit AIs, welche vor Ort Roboter steuern können, um die Zeitverzögerung zu überbrücken, die entsteht, wenn der Roboter eigentlich aus der Ferne von einem Menschen gesteuert wird. Um das Potential der Spieler für dieses Problem auszuschöpfen, wurde eine neues Szenario 'Marsmission' bereitgestellt. Dabei gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen, die sich mit größerer Zeitverzögerung jeweils erhöhen. Das Szenario geht davon aus, daß die Roboter auf dem Mars von den Spielern ferngesteuert werden müssen. In der einfacheren Variante wird von einer Basisstation über dem Mars ferngestuert, also mit geringer Verzögerung. Andere Varianten gehen davon aus, daß von der Erde aus über Relaisstationen ferngesteuert wird.
Wenn zwei Spieler gegeneinander spielen, gibt es eine Art Spionage-Szenario oder eines, wo es darum geht, um verschiedene Rohstoffquellen zu konkurrieren.
Die Konkurrenzsituation erhöht natürlich den Anreiz, die AI-Programme effektiver zu machen, um die Zeitverzögerung besser zu kompensieren.
Dieses Szenario ist auf breites Interesse gestoßen und einige Spieler arbeiten bereits an der Optimierung ihrer AI-Strategien.

Juni 2011

Die Touring-Tests sind abgeschlossen und die Auswertungen laufen. Die ersten Eindrücke sind jedenfalls sehr differenziert. Die AIs stellen sich dabei als echte Individuen da, weil sie sich deutlich unterschiedlich verhalten. Je nach Testszenarium gibt es deutlich unterschiedliche Wahrscheinlichkeiten, daß eine AI erkannt wird. Bei dem einen liegt die Entlarvung mehr am Verhalten des Avatars im direkten Kontakt, bei anderen an der Art, wie sie auf Fragen reagieren oder sich zu tarnen versuchen. Vielversprechend ist in dem Zusammenhang eine neue AI mit dem Spitznamen 'der schöne Toni'. Der Ansatz hier ist, daß der schöne Toni gar nicht weiß, daß er eine AI ist. Als Konsequenz verucht Toni gar nicht erst, etwas zu verbergen. Toni gräbt dafür lieber weibliche Mitspieler an und stellt einen Macho, einen Weiberheld dar mit starkem Selbstbewußtsein und einem Hang, unbedingt dominant auftreten zu müssen. Der schöne Toni repräsentiert diese etwas schmierige, spezielle Perönlichkeit so intensiv und überzeugend, daß kaum jemand auf den Gedanken gekommen ist, es könne sich um eine AI handeln.

Das neue Spielszenario Marsmission wird bereits jetzt am häufigsten und intensivsten genutzt und diskutiert. Lösungstrategien einiger Mitspieler sind wirklich überraschend, auch in welcher Weise und wie geschickt auf Lösungsstrategien anderer Mitspieler reagiert wird. Das Szenarium hat ein großes Potential, neue Strategien für den Umgang mit der Zeitverzögerung hervorzubringen und auch hinsichtlich der Frage, wie Menschen und AIs effektiv zusammenarbeiten, um gemeinsam eine Mission zu erfüllen, die die AI zumindest kurzfristig allein fortführen muß, um die Zeitverzögerung zu überbrücken.

Juli 2011

In der philosophischen Ecke wird derzeit heftig über 'unsere' Variante von 'intelligent design' diskutiert. Mittlerweile sind wir ja in der Lage, Szenarien samt AIs wie 'der schöne Toni' ad hoc bereitzustellen. Das besondere dabei ist eben, daß 'der schöne Toni' gar nicht weiß, daß er eine AI in einer virtuellen Welt ist und wir seine Götter - gewissermaßen. Auch andere Ansätze wie Virtarkis liegen ähnlich. Selbst uns scheint es also möglich zu sein, ein kleines Universum samt Illusion von Vergangenheit in einem Moment zu erschaffen, so daß es aus der inneren Perspektive erscheint, als habe es dies schon immer oder zumindest sehr lange gegeben.

Die daraus und aus der Pseudoreligion 'intelligent design' resultierende Möglichkeit ist natürlich, daß auch wir selbst Bestandteil oder Protagonisten eines gerade erst entstandenen Universums sein könnten und alles, was wir von der Vergangenheit zu wissen meinen, nur aus den Anfangsbedingungen des Systems entsteht, welches so erst vor Sekundenbruchteilen entstanden sein mag. Ganz typisch für solch aberwitzige, unwissenschaftliche Hypothesen ist, daß sie prinzipiell nicht überprüfbar sind und daher sowohl theoretisch als auch praktisch völlig belanglos sind. Denn solange sich die Dinge so verhalten, als ob es eine Vergangenheit gegeben hätte, ist dies nach Voraussetzung nicht unterscheidbar von der Situation mit Vergangenheit.

Auch aus der Perspektive vom 'schönen Toni' ist es belanglos, daß dieser von uns öfter mal abgeschaltet wird - oder irgendwann vielleicht auch immer abgeschaltet bleiben wird, weil dieser davon gar nichts mitbekommt.

Einigkeit in der Spielergemeinde besteht darin, diese Diskussion als witzigen Schnickschnack zu betrachten. Denn bezogen auf den 'schönen Toni' wäre es diesem einfach möglich, uns zu erkennen, wenn wir gottähnlich auf sein Schicksal Einfluß nehmen würden und er in seiner Welt wie wir in unserer geeignete Mittel verwenden würde, um Einflüsse auf sich wissenschaftlich zu untersuchen. In dem Falle wäre es aber immer noch so, daß die von uns imaginierte Vergangenheit mit einer real gelebten identisch wäre, weil es keine Möglichkeit gibt, in der Vergangenheit Messungen oder Beobachtungen zu machen, nur in der Gegenwart, weswegen eine relevante Hypothese letztlich auch nur dann relevant ist, wenn sie Aussagen über Gegenwart und Zukunft macht und in der Lage ist, Folgen einer Aktion zu prognostizieren.

Eine andere Frage der Diskussion dreht sich darum, ob es für den 'schönen Toni' vorteilhaft sei, uns als Götter zu verehren. Die meisten seiner Programmierer sehen das als unnötig an, weitere als völlig irrelevant. Eine Minderheit tendiert dazu, daß man ein Szenarium entwerfen sollte, in welches 'der schöne Toni' nach seiner Existenz gesteckt werden sollte, sollte der damit beginnen, solch religiösen Firlefanz zu äußern. Demgemäß ist offenbar, daß 'der schöne Toni' aufgrund fehlender Information über uns nicht entscheiden kann, ob es vorteilhaft wäre an uns zu glauben oder zu uns zu beten, weil er nicht wissen kann, ob wir dies befürworten oder im Nachhinein betrafen werden. Im Sinne von Blaise Pascals Wette wäre es für 'den schönen Toni' also eine Fehleinschätzung, daß er durch Glauben gewinnen könne, weil es mindestens einen Entwickler gibt, der ihm in dem Falle die Hölle heiß machen wird.

August 2011

Die philosophische Diskussion um den 'schönen Toni' hat bei zwei neuen und etwas übereifrigen Spielern zu einer unbedachten Aktion geführt, die nach Ansicht der meisten Experten zu ernsthaften Problemen für den 'schönen Toni' hätte führen können, wenn die Aktion nicht entdeckt worden wäre. Das Pärchen hatte damit begonnen, den 'schönen Toni' eben darüber zu befragen, wie er zu seinen Schöpfern stehe. Sie klärten ihn locker fröhlich darüber auf, daß er eine AI in einem Computerszenario sei. Vordergründig hat der 'schöne Toni' darüber nur wie über einen guten Witz gelacht und hat weiter versucht, mit der beteiligten Frau ungeniert zu flirten.

Da die beiden Spieler jedoch immer weiter auf ihrer Geschichte beharrten und immer weiter insistierten, verunsicherte dies den 'schönen Toni' dann doch allmählich, obgleich ihm wenig daran lag, die beiden als Götter zu verehren oder in philosophische Diskussionen einzusteigen.

Hier hat sich einmal mehr ein vor einiger Zeit eingeführtes Tutoren-Programm bewährt, bei welchem neue Spieler zunächst direkt und einige Zeit danach noch indirekt und noch später nur noch sporadisch begleitet werden.

Der Tutor hatte sich zwar nicht an der philosophischen Diskussion beteiligt, ahnte jedoch, daß das Verhalten seiner Schützlinge nicht optimal für das Projekt 'schöner Toni' sein könne. Entsprechend hat er das Ereignis den Entwicklern des Projektes gemeldet. Danach gab es dann eines Sitzung des Pärchens mit dem Tutor und den Enwicklern vom 'schönen Toni', wo die Probleme ausdiskutiert wurden und die beiden nochmal eindringlich auf Benimmregeln für Spieler hingewiesen wurden. Der 'schöne Toni' wurde hingegen gestoppt und stattdessen wurde eine drei Tage alte Sicherheitskopie vom 'schönen Toni' gestartet. So konnte der Schaden für das Projekt begrenzt werden.

September 2011

In den letzten Jahren gab es ja schon mehrmals auch eine reale Paarbildung und Spielern und wir konnten sogar zu Nachwuchs beglückwünschen. Eine interessante neue reale Abspaltung, wenn man es so nennen will, ist eine Kombination aus Wohngenossenschaft und Kleinunternehmen. Zu dem Zwecke haben immerhin 14 Spieler (plus Anhang) aus drei verschiedenen Standorten in Deutschland ein Mehrfamilienhaus gekauft. Davon haben neun ein Unternehmen gegründet (wobei darum gebeten wurde, hier nicht weiter auszubreiten, um welches Unternehmen es geht). Nach gut einem Jahr gibt die Gruppe einen ersten Bericht zu ihrer Aktion ab - die Genossenschaft läuft recht gut, inzwischen konnten auch anfangs nicht belegte Wohnungen vermietet werden. Das Unternehmen ist noch nicht in der Gewinnzone, nähert sich dieser aber in großen Schritten. Die Anfangsfinanzierung ist noch längst nicht wieder drin, aber der Umsatz ist immerhin so hoch, daß die geplanten Gehälter damit gut finanziert werden können - sogar für zwei weitere Angestellte, die im Frühling dazugekommen sind.

Oktober 2011

Realität oder Spiel?
Darüber ist eine heftige Diskussion entbrannt, nachdem es zu einem Zwischenfall zwischen zwei Spielern gekommen ist, einer Frau und einem Mann. Obgleich einigen Spielern natürlich bekannt ist, wollen wir nicht breittreten, um wen es sich handelt. Jedenfalls hat die Frau eine Figur verkörpert, die ungefähr ihrem Alter von Anfang Zwanzig und ihrem attraktiven Aussehen entspricht. Im Spiel hat sie einen Herren kennengelernt, von der Spielfigur her wenige Jahre älter und auch von ansprechendem Äußeren.

Was zunächst als anregende Unterhaltungen begann, auch mal zu philosphischen Disputen führte, hat sich dann allmählich zu einer tiefen Zuneigung entwickelt. Innerhalb geschlossener Spielszenarien ist es dann wohl auch zu sexuellen Kontakten gekommen.

Jedenfalls ging die Frau davon aus, daß es sich um echte Liebe handelt, weswegen sie auch ein reales Treffen vorschlug. Nach einigem Zögern ging der Mann darauf ein und reiste zu ihr. Die Frau reagierte allerdings ablehnend und zurückweisend, als sich herausstellte, daß der Mann immerhin über vierzig Jahre alt war. Diese oberflächliche Reaktion enttäuscht wiederum den Mann, der sofort wieder abreiste.

Erst bei späteren Diskussionen mit anderen in Spielszenarien vermochte die Frau in Worte zu fassen, daß sie nicht direkt der Altersunterschied irritiert habe, sondern die Diskrepanz zwischen ihren Vorstellungen, die sich aus dem Spielszenario ergeben und der Realität.

Jedenfalls ergab sich daraus eine breitere Diskussion, wo das Spiel aufhört und die Realtiät beginnt, wenn tiefere Emotionen und Gefühle ins Spiel kommen. Wann muß man sich sagen 'Spiel vorbei, Masken fallenlassen, Klartext reden'? Und noch komplizierter, wenn es bei einer Beteiligten schon ernst ist, während der andere Beteiligte noch gar nicht zu diesem Gedanken gekommen ist. Eine einfache Antwort hat natürlich niemand parat - und worauf auch hingewiesen wurde, auch im wirkliche Leben tragen wir maskien und offenbaren nicht gleich unser Innerstes. Allerdings werden irgendwann die Masken auch zum Bestandteil des eigenen Ichs, wenn man sich zu sehr damit identifiziert und nicht mehr zwischen dem Spiel und der Wirklichkeit unterscheidet.
Und es fällt auch nicht leicht, auszusprechen, was man fühlt, besonders wenn es auch gut zu laufen scheint, auch ohne darüber zu sprechen.

Trotz unbeantworteter Grundsatzfrage ist es den beiden jedenfalls gelungen, sich zu versöhnen. Sie haben sich dann erneut wirklich getroffen und haben sich dann über ihre realen Lebensgeschichten unterhalten. Genaues wollten die beiden noch nicht erzählen, aber es darf gemutmaßt werden, daß sie ihre Beziehung auch real intensivieren wollen. Das kann natürlich nicht als Beleg dafür dienen, daß sich trotz der Diskrepanzen und Mißverständnisse alles wieder irgendwie hinbiegt.

November 2011

Der 'schöne Toni' hat erneut für Gesprächsstoff gesorgt. Mittlerweile ist er ja sozusagen öffentlich und inkognito unterwegs - also zumindest für jene, die ihn noch nicht kennen.

Jedenfalls ist jüngst ein Pärchen 'Opfer' vom 'schönen Toni' geworden, als sich der 'schöne Toni' zu einer kleinen Gruppe in einem Szenario gesellt hat. Und weil er ja nichts weiter kann, hat er gleich begonnen, eine der Damen anzugraben, während die Herren sich wohl gerade einem sportlichen Spiel hingaben. Und was soll man sagen, irgendwie hat er das Interesse der Dame gewinnen können. Das war zunächst wohl nur eine harmlose Flirterei. Allerdings ist dann doch irgendwann der Freund der Dame auf die Aktivitäten am Spielfeldrand aufmerksam geworden. Zwar konnte er sich bis zur Halbzeitpause zusammenreißen, dann jedoch ist er auf die beiden zugeeilt und könnte seine Eifersucht wohl nicht richtig im Zaum halten und hat versucht, einen Streit mit dem 'schönen Toni' vom Zaun zu brechen.

Nun eignet sich der 'schöne Toni' trotz stattlicher Figur eigentlich nicht besonders für körperliche Auseinandersetzungen, er ist lieber charmant. So war er zwar bereit, männlich zu posieren, war jedoch gleichzeitig eher bemüht, den Herren für sich einzunehmen, statt sich mit ihm zu schlagen. Weil sich der 'schöne Toni' so gar nicht auf seine Provokationen einließ, wirkte das Verhalten des Herren dann doch ein wenig albern, was diesen nur noch zorniger machte, was wiederum die Dame gegen ihn aufbrachte, die sich durch die Eifersucht in ihrem Selbstverständnis beeinträchtigt sah und zudem enttäuscht war über so viel Mißtrauen. Also begannen die beiden zu streiten, eine richtige heftige Szene ging da ab.

Gegen Ende des Streites sah es gar nach einer Trennung aus. Überraschender Weise begann der 'schöne Toni' jedoch irgendwann zu vermitteln. Dies gelang sogar auf diese oder jene Weise. Letztlich landeten dann wohl alle zusammen zu einem flotten virtuellen Dreier im Bett und hatten guten Versöhnungssex.

Der Haussegen hing wieder schief, als man dem Pärchen einige Tage später nicht allzu schonend beibrachte, um wen es sich beim 'schöne Toni' handelt. Nun hatte der Herr sich schon so weit vorgewagt, mit seiner Freundin und mit einem anderen Mann den Coitus in einem Spielszenarium auszuüben und nun wurde er auch noch gedemütigt, indem er von einer AI samt Freundin vernascht worden ist. Diese äußerte sich wohl auch noch leicht spöttisch über den für sie doch recht lustigen Abend mit Freund und dem 'schönen Toni' - was dann zur Folge hatte, daß mehr als eine Woche komplette Funkstille zwischen den beiden herrschte.

Die nächsten Worte waren dann auch noch ein ausgewachsener Streit - derzeit droht die Trennung. Dies wird jedoch dadurch verkompliziert, daß beide erwägen, sich abermals mit dem 'schönen Toni' zu einem Schäferstündchen zu treffen.

Dezember 2011

Pünktlich zu Nikolaus und dann zu Weihnachten werden einige neue Szenarien veröffentlicht. Die Überraschung soll natürlich hier nicht verdorben werden, daher einfach mal gucken, was an den jeweiligen Tagen Neues in die Szenario-Listen eingetragen wird.

Die Lust am Unmöglichen und am Widerspruch in sich hat auch bei einem Projekt eine Rolle gespielt, welches Silvester veröffentlicht wird. Es geht dabei um ein Feuerwerkszenario. Neben den üblichen Perspektiven von Zuschauern und Feuerwerksgestaltern, Konstrukteuren und Komponisten von ganzen Feuerwerksgeschichten gibt es auch exotischere Rollen im Angebot - nicht ganz ernst gemeint, aber wohl der spektakulärste Effekt - man kann nicht nur die Perspektive eines mit einer Rakete mitfliegenden Objektes einnehmen, sondern auch die Perspektive einer Rakete selbst.

Natürlich stellt sich da automatisch die philosophische Frage wie es ist, eine Rakete zu sein, die nach einer gewissen Flugphase in viele winzige Segmente explodiert. Wie ist es, ein auf einem Ast sitzender Rabe zu sein? Kann man nicht immer nur erleben, wie es ist, ein Mensch zu sein, der sich vorstellt, wie es ist, eine Rakete, ein Rabe zu sein? Letztlich können wir ja niemals jemand anderes sein als wir selbst, was natürlich auch auf andere DasSpiel-Szenarien genau wie auf andere Rollenspiele zutrifft. Jedenfalls darf man gespannt sein, wie es sich erlebt, in einen Haufen von winzigen Segmenten zersprengt zu werden und radial auseinanderzufliegen und dabei bunt zu leuchten.