DasSpiel

Das Spiel 1.2/1.3

Historie

Stand: 2017-04-02

Januar 2012

Die Esoteriker und Okkultisten haben ja mal wieder in die dürftigen Überreste antiker Kulturen, die einst von Europäern nahezu komplett zernichtet wurden, Indizien für ein Datum für den Weltuntergang gegen Ende dieses Jahres gefunden. Man fragt sich natürlich, warum diese nicht den Untergang der eigenen Kultur vorhergesehen haben und auf welcher Grundlage die zu dem Datum kommen - und ob es sich nicht vielmehr um einfache Kalenderarithmetik handelt, bei der einfach der Kalender zuende ist, nicht aber die Welt - so oder so darf man darauf gespannt sein, was nicht passiert.

Pünktlich jedenfalls zum Weltuntergangsjahr werden nun auch für DasSpiel einige Weltuntergangsszenarien bereitgestellt, wo man richtig schwelgen kann in Endzeitstimmung und Depression. Aber es gibt auch ein Alternativkonzept, ein lustiges Spielkonzept, bunt wie ein Kinderspiel nach dem offiziellen Motto 'Wir warten auf den Weltuntergang'. Das Spiel macht Spaß und verkürzt die Wartezeit mit allerlei Kurzweil. Interessant auch bei diesem Konzept - nach dem Weltuntergang geht das Szenarium natürlich weiter, denn nicht nur die Wurst hat zwei Enden, warum sollte die Welt nur eines haben?

Ein weiteres Konzept spannt den ganzen Bogen vom Ende zurück zum Anfang, ein Neubeginn. Dabei wird der Spieler Teil eines kleinen Ökosystems, wahlweise Pflanze oder Tier, vom Anfang bis zum dramatischen Ende, wo das ganze System für den Parkplatz eines Freizeitanlage übergemöllert wird. Eine Naturkatastrophe schwemmt den ganzen Kram allerdings wieder weg und das Ökosystem beginnt von vorn sich zu entwickeln, bis es durch das nächste Städtebauprojekt wieder übergemöllert wird - und so fort.

Nach 'Big Bang' etabliert sich ja mehr und mehr auch 'Big Rip', also grob Urknall und finales Zerreißen, durchzusetzen. Da lehnt sich die Astrophysik mehr und mehr an sakrale, religiöse Mythen an, Genesis und Apokalypse etc. Dem Konzept folgend setzt ein Szenario auch dies um, dabei sein, wie Raum, Zeit und Materie entstehen und wieder vergehen. Die Autoren dieses Szenariums zögern auch nicht, die Frage nach dem blasphemischen Davor und Danach anzugehen, einfach schlußfolgernd, daß ein Modell wohl unvollständig sein muß, wenn es fordert, daß man bestimmte Fragen nicht stellen darf oder einem provokant einzureden versucht, daß die Fragen keinen Sinn ergeben. Das stimmt natürlich nicht, auch bei den schwarzen Löchern nicht. Singulariäten sind einfach nur Anzeichen dafür, daß man das betrachtete System nicht verstanden hat, sondern nur mit einem zu einfachen Modell betrachtet, welches gleichwohl sehr nützlich sein kann, nur eben nicht für alle stellbaren Fragen. Unbestritten bleibt dabei auch, daß man immer die Frage geschickt genug stellen sollte, um eine Chance zu haben, die Antwort auch zu verstehen.

Februar 2012

Die Nachricht, daß Neutrinos gemessen wurden, die (etwas) schneller als die Vakuumlichtgeschwindigkeit gewesen sein sollen, hat interessante Diskussionen ausgelöst. Die geringen Unterschiede reichen zwar nicht, um die Retardierungseffekte zwischen weit entfernten Spielern nennenswert zu reduzieren oder eine Optimierung der Reaktion von ferngeteuerten Robotern oder AIs relevant werden zu lassen, aber was, wenn das nicht alles ist, was man aus dem obskuren Effekt herausholen können? Sollte das Spiel von internet auf direkte Kommnunikation mit Neutrinos umrüsten? Die könnte man ja immerhin quer durch die Erde zum anderen Spieler schicken und spart schon damit Zeit. Wenn nur die gezielte Manipulation und Detektion nicht so knifflig wäre - wobei der Vorteil das Problem bereits impliziert ;o)

Und was stimmt denn überhaupt noch in der Physik? Wenn wir mal von Urknall bis zum finalen Zerreißen solche Konstruktionen wie dunkle Materie und dunkle Energie ernstnehmen, bleiben ja nur wenige Prozent der Welt, die wir überhaupt verstehen - und wenn da jetzt nicht einmal die Überlegung der Relativitätstheorie zur Lichtgeschwindigkeit richtig ist, stimmt ja vielleicht das ganze Modell gar nicht - also doch kein Knall, kein Zerreißen und sich wieder wie Newton einen Apfel auf den Kopf fallenlassen? Einige Witzbolde unter den Spielern haben ja schon angefragt, ob die ganzen Geräte denn noch weiter funktionieren würden, wenn jetzt die ganze Physik nicht mehr stimmt ;o) Dazu kann man nur sagen, soweit man das feststellen kann, hat die Physik schon vor der Entdeckung 'nicht gestimmt', trotzdem funktionieren die Geräte wie geplant und auch das internet ist noch nutzbar, also keine Panik - soweit man das sagen kann, ist auch noch das finale Zerreißen weit weg und auch die aktuellen Sonnenstürme haben noch keine einzige Verbindung unterbrochen oder irgendeinen Rechner abrauchen lassen.

Was aber, wenn es doch gelänge, die Relativitätstheorie nutzbar auszutricksen und ganz klassisch und sofort oder zumindest viel schneller Datenverkehr zu entfernten Spielern zu schicken? Die Entwickler haben jedenfalls grinsend versprochen, am Ball zu bleiben. Zudem wird ja immer noch das aktuelle Verfahren mit Prädiktion und Korrektur weiter verfeinert um durch AIs vor Ort die Verzögerung scheinbar zu verzögern.

Ansonsten soll es Ende März eine formale Feier des zehnjährigen Bestehens geben - 'DasSpiel bereits zehn Jahre alt?' mag sich da mancher Fragen, 'haben wir nicht schon jüngere Spieler irgendwo gesichtet?' Immerhin, sämtlicher realer Nachwuchs unter den Spielern, der bislang im Rahmen des Projektes gezeugt wurde, ist jünger - also keine obskuren relativistischen Effeke bislang - beruhigend irgendwie.

Anläßlich der Feier wird übrigens auch die Version 1.0 komplett eingestampft. Bis Ende 2012 soll formal eine rückwärtskompatible Version 1.2 realisiert werden. In diesem Falle kein wirklich großer Schritt, aber durch Einsatz neuer Algorithmen und AIs soll der Spielkomfort noch einmal deutlich erhöht werden.

März 2012

Wie bereits vermutet, deutet sich ja nun doch wohl an, daß bei der Messung der überlichtschnellen Neutrinos was faul gewesen ist. Von daher gehen die Entwickler erstmal davon aus, daß wir uns weiter mit den entfernungsbedingten Verzögerungen herumschlagen müssen. Auch den Autoren der meisten Science Fictions ist ja bereits aufgefallen, daß sich die die Physik narrativ sehr starrsinnig verhält. Man kann nicht einfach mal so was aus dem Hut zaubern, was notwendig wäre, um eine hübsche Weltraumgeschichte zu erzählen. Und so können wir auch nicht einfach die ganz normalen Verzögerungen einfach so austricksen. Aber mit dem Verfahren der Prädiktion und Korrektur können wir den Spielern natürlich helfen, damit das Problem in normalen Spielgeschehen weitgehend unauffällig bleibt, solange sich die Spieler nicht zu weit voneinander wegbefinden.

Was die Feier anbelangt - es sind bereits genug Überraschungen und Beiträge für eine mehrtägige Feier beisammen. Details würden hier zu weit führen und sind den einschlägigen Aushängen und Rundschreiben zu entnehmen. Eine Zusammenfassung der Programme mit Hinweisen zu kompletten Informationsquellen ist Anfang März in Umlauf gekommen. Das Fest geht also los...

April 2012

Die Feiern zum zehnjährigen Bestehen von 'DasSpiel' waren wie erwartet allseits sehr erfreulich und kurzweilig. Neben zahlreichen neuen Szenarien gab es auch einige direkte Treffen in zwangloser Umgebung in verschiedenen Szenarien, etwa eine Grillparty in einer idyllischen Gegend, die sehr gut besucht war. Wie angekündigt waren da auch zahlreiche Entwickler anwesend, mit denen von den Spielern anregend diskutiert wurde.

Statt festlicher Reden gab es von den Gründern einige Aufführungen mit synästhetischen Qualitäten, die sich schlecht in Worte fassen lassen, weil es damit gelungen ist, nonverbal bei den Teilnehmern gezielt Emotionen hervorzurufen. Anders als bei klassischen Filmen mit Musik- und Bildeffekten wurde hier mit abstrakten Assoziationen ein rein emotionales Erlebnis hervorgerufen. Die Teilnehmer wurden vorgewarnt, daß es sich um eine experimentelle Aufführung handelt. Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt geworden. In einer breit angelegten Diskussionsrunde wurde danach allerdings diskutiert, wie bedenklich die direkte Manipulation der Psyche auf emotionaler Ebene ist. Einstweilen wurde jedenfalls diese Möglichkeit für normale Entwickler von Szenerien gesperrt. Im Rahmen von DasSpiel 1.2 ist ferner geplant, die open-psych-plugins mit entsprechenden Sperren zu erweitern, welche diese Art der Manipulation direkt durch Wahl des jeweiligen Nutzers unterbinden oder erlauben können. Ferner wurde angekündigt, daß alle Szenarien, die diesen Modus verwenden werden, mit einer Kennzeichnung versehen sein werden, wonach ein Spieler jeweils explizit zustimmen muß, um das Szenarium mit aktiviertem Modus zu betreten. In der Zwischenzeit wird es weitere angekündigte größere und kontrollierte Tests geben, die entsprechend ausgeschrieben werden. Wer teilnehmen will, muß sich dazu im Voraus anmelden.

Mai 2012

Nachdem bereits erste Kommentare der Entwickler aufgetaucht waren, daß man bereits auf gutem Wege zur Version 1.2 sei, ohne daß es überhaupt zu einer allgemeinen Meinungsbildung gekommen ist, hat nun eine Diskussion darüber begonnen, wer jetzt eigentlich entscheidet, was passiert oder umgesetzt wird. Wenn ja schon alles programmiert und umgesetzt wird, bevor es überhaupt mit allen Beteiligten samt den Spielern kommuniziert ausdiskutiert worden ist, was bringt es dann noch, wenn noch Verbesserungsvorschläge eingebracht werden, die dann doch ignoriert werden, wohlmöglich noch mit der Begründung, daß ja bereits alles fertig sei. Vor solch vollendete Tatsachen möchten Einige nicht gestellt werden, während die Mehrheit den Entwicklern nach wie vor ihr Vertrauen schenkt.

Nun wird von einigen Entwicklern eingewendet, daß die meisten Änderungen ohnehin nur technische Aspekte hätten, wie nicht weiter spannend seien. Neue Möglichkeiten beim Entwurf von Szenarien werden natürlich kommuniziert. Zudem ist es ja durchgehend möglich, Vorschläge einzureichen und Fehler zu berichten.

Da die Mehrheit der Entwickler allerdings den Gedanken der größeren Transparenz interessiert aufgenommen hat, hat man nun neben der ohnehin vorhandenen Dokumentation der Programme und technischen Geräte und der laufenden Änderungen eine weitere Kommentierung begonnen. So wird gehofft, daß Fehler und Mängel zum großen Teil bereits vermieden oder ausgebessert werden können, bevor größere Bestandteile der neuen Version bereits davon abhängen und Korrekturen verkomplizieren. So wird jetzt im breiteren Kreise diskutiert, was wie geändert wird und wie effektiv oder sinnvoll angedachte Änderungen sind, bevor sie umgesetzt sind. Es haben sich auch bereits drei kleine Gruppen gebildet, die nochmal bereits umgesetzte Module oder auch solche aus Version 1.1 nochmal auf Sinngehalt in Bezug auf die neue Version prüfen. Man möchte konsequent vermeiden, daß Altlasten und Trampelpfade zu Verzögerungen und Engpässen führen, weil sich einige Entwickler scheuen könnten, diese noch anzurühren. Insgesamt findet letztlich gerade ein Umdenken statt - bereits vorhandene Strukturen sind kein Argument mehr, Dinge effektiver oder sinnvoller umzusetzen.

Juni 2012

Die Planung für das Sommerfest ist nun in eine konkrete Phase gelangt. Es sind bereits diverse Termine im Juli festgelegt. Die festliche Eröffnungsfeier ist für den 2012-07-07 angesetzt. Das definitive Programm dafür ist ab Mitte Juni an den üblichen Stellen verfügbar. Teilnehmer sollen jedenfalls in phantasievollen Kostümen erscheinen. Bis Anfang Juni ist das Programm für das gesamte Sommerfest verfügbar, welches sich über gut eine Woche erstrecken wird. Zu diesem Anlaß gibt es natürlich auch wieder einige neue Szenarien und Ausstellungen in den Museen. Dank der vielen Wissenschaftler unter den Spielern und Entwicklern wird auch ein neues Wissenschaftsmuseum eröffnet, in welchem zahlreiche historische Experimente nachvollzogen werden können.

Juli 2012

Im Juli steht alles unter dem Motto des Sommerfestes. Aufregende Programmpunkte, zahlreiche Überraschungen erwarten alle Spieler. Aus dem neuen Wissenschaftsmuseum sickern natürlich einige Gerüchte nach draußen, aber das macht ja auch den Spaß an Überraschungen aus - wilde Gerüchte, Spekulationen, Spannung - nichts genaues weiß man trotzdem nicht.

Ansonsten ist bei der Entwicklung weitgehend Sommerpause angesagt. Die Fortschritte an DasSpiel 1.2 sind jedenfalls bereits bemerkenswert. Zwar gibt es nach wie vor rege Diskussionen über einige Themen, die allermeisten Änderungen sind jedoch unstrittig, so daß die Arbeit in weiten Bereichen sehr effizient erledigt werden kann.

August 2012

Aus dem Sommerfest sind einige bleibende Szenarien hervorgegangen, die uns erhalten bleiben werden, an erster Stelle natürlich das Wissenschaftsmuseum. Spektakuläre Überraschungen dort waren unter anderem die Simulation des Eintritts in einer Lichtquelle in ein schwarzes Loch und eine Visualisierung der Historie unseres Universums.

Bei der Simulation des Eintritts in ein schwarzes Loch wird von zwei Raumschiffen ausgegangen. Eines steuert in einem zentralen Stoß auf ein schwarzes Loch zu, eines hält auch gleicher Achse einen konstanten Abstand zum schwarzen Loch. Beide verfügen über breitbandige Lichtquellen, die jeweils auf das andere Raumschiff ausgerichtet sind. Unter der Annahme einer zerstörungfreien Annäherung ist so einmal die Perspektive aus dem einen und dem anderen Raumschiff verfügbar. Auch wegen der Krümmung der Raumzeit kann man natürlich in der Eigenzeit des jeweiligen Schiffes hin- und herspulen, um einen guten Überblick zu bekommen.

Die Visualisierung der Historie unseres Universums folgt dem üblichen Modell vom Urknall bis zum endgültigen Zerreißen. Die komplexen Strukturen lassen sich sowohl im Überblick als auch im Detail beobachten.

In beiden Fällen stellen sich die Szenarien auch dem Problem der Singularitäten, die physikalisch-mathematisch natürlich nicht allzu plausibel sind. Es gibt ja nun auch ein paar Varianten, die versuchen, die Singularität zu vermeiden. Das eine ist natürlich so spekulativ wie das andere - und da beginnt wieder einmal DasSpiel mit Alternativen, von denen natürlich einige durchprobiert und variiert werden können - da bekommt der Spieler ein ganz neues Gefühl dafür, was es bedeutet, sich von der Welt ein Bild zu machen...

September 2012

Ein tragischer Unfall oder Zwischenfall hat zu einem tiefen Schock in der Spielergemeinde geführt. Ein etwa fünfzigjähriger Spieler hat während des Spielens einen Hirnschlag erlitten. Immerhin, Mitspieler kannten ihn auch vom persönlichen Kontakt und konnten so schnell für Hilfe sorgen. Der Spieler erholt sich inzwischen im Krankenhaus, wie gravierend die bleibenden Schäden sein werden, ist noch unklar. Jedenfalls hat der Spieler mittlerweile wieder einen Zustand erreicht, wo er sich ohne Einschränkungen mit anderen unterhalten kann und anfängliche Lähungserscheinungen so weit zurückgegangen sind, daß er wieder alleine zurechtkommen wird. Es besteht jedoch die begründete Vermutung, daß in einigen Bereichen partielle Taubheit und eine gewisse Einschränkung der Bewegungsfähigkeit bleiben wird.

Da der Spieler bereits seit fast Beginn an DasSpiel spielt, hat sich auch schnell die Frage ergeben, ob der Vorfall eine Langzeitfolge des Spielens mit dem open-psych-plugin sein könnte. Der Vorfall ist in der Form einmalig, von daher ist ein Zusammenhang unwahrscheinlich. Der Spieler ist natürlich selbst sehr interessiert an einer Klärung, von daher haben bereits einige Entwickler Zugang zu einigen Unterlagen bekommen.

Erste Analysen legen nun nahe, daß der Hirnschlag in einer deutlich anderen Region erfolgt ist als jene Regionen, die vom open-psych-plugin angeregt und analysiert werden. Das allein stellt allerdings nicht sicher, daß die beiden Dinge wirklich nichts miteinander zu tun haben.

Natürlich wurde auch das lokale Spielgerät des Spielers samt open-psych-plugin bis ins kleinste Detail untersucht. Dies funktioniert jedoch fehlerfrei. Hinweise auf eine Fehlbedienung gibt es auch nicht. Auch der Spieler hat keinen Hinweis darauf, daß unmittelbar vor dem Hirnschlag ein besonderer Effekt von DasSpiel ausging, allerdings sind die kurzfristigen Erinnerungen um den Hirnschlag herum immer noch nicht zugänglich. Die Mitspieler berichten von einem unmittelbaren Zusammenbruch innerhalb von wenigen Sekunden ohne vorherige Beeinträchtigungen.

Während intensiv untersucht wird, haben bislang nur einzelne Spieler erklärt, erstmal abwarten zu wollen. Die allermeisten spielen weiter. Gleich nach dem ersten Schock wurde natürlich beraten, ob DasSpiel pausieren sollte - praktisch hätten sich allenfalls die zentralen server abstellen lassen, aber nicht unterbinden lassen, daß weitergespielt wird, weil die wichtigsten Funktionen ja dezentral organisiert sind. Hätte es nun von vielen Beteiligten ernsthafte Zweifel gegeben, so hätte sich sicher ein freiwilliger Verzicht für alle gut durchsetzen lassen. Da kurzfristige schädliche Wirkungen ja wohl ohnehin auszuschließen sind, gibt es wohl auch keinen aktuten Handlungsbedarf. Dennoch ist natürlich diskussionslos zu akzeptieren, daß Einige doch erst abwarten wollen, bis die Untersuchung komplett abgeschlossen ist.

Oktober 2012

Mittlerweile konnte der vom Hirnschlag betroffene und auf dem Weg der Besserung befindliche Spieler zu eingehenderen Untersuchungen bewegt werden, die zudem von einem befreundeten Spezialisten durchgeführt werden. Dieser untersucht schon seit längerem den Einfluß von typischen Tätigkeiten, Berufen oder eben auch von Computer-Spielen auf das Gehirn. Naheliegend wäre etwa, daß ein Trainung der Hand-Auge-Koordination, der Reaktionsschnelligkeit etc durch einschlägige Spiele typische Verknüpfungen im Hirn hervorruft, die zu meßbaren Strukturen führen, die bei Kontrollgruppen nicht vorhanden sind. Solche Ausprägungen lassen sich in der Tat bei stark spezialisierten Menschen nachweisen.

In unserem Falle stellt sich nun die Frage, ob die intensive Nutzung des open-psych-plugins ähnliche Spuren hinterläßt und wenn ja, ob diese eine Korrelation mit dem Hirnschlag aufweisen. Daher wurden neben dem Betroffenen auch einige andere intensive Spieler untersucht.

Nun basiert die Funktion des open-psych-plugins ja mehr auf heuristischen Erkenntnissen, nicht darauf, wie das Gehirn wirklich funktioniert. Es ist also mehr ein zufälliges Resultat von eher extensivem Experimentieren. Man könnte auch formulieren, niemand hat jemals wirklich auf wissenschaftlicher Ebene verstanden, warum und wie das open-psych-plugin funktioniert, es ist nur relativ schnell gelungen, es sehr effektiv funktionieren zu lassen, was vielleicht die beteiligten Entwickler am meisten überrascht hat.

Jedem Spieler ist ja nun aus den ersten Tagen des Kontaktes mit dem open-psych-plugin noch in Erinnerung, daß es eine gewisse Eingewöhnungsphase braucht, bis dieses wirklich funktioniert. Dabei ist nahezu völlig in Vergessenheit geraten zu hinterfragen, ob sich die Funktion nach der eigentlichen Eingewöhnungsphase noch weiter verbessert. Mittlerweile ist klar, daß es danach über Wochen und Monate noch zu drastischen Verbesserungen kommt, die den meisten Spielern gar nicht so bewußt wird. Nur einen kleinen Anteil daran hat die eigentständige Optimierung und automatische Anpassung des open-psych-plugins an den jeweiligen Spieler. Es war mehr oder weniger klar, daß auch das Gehirn dabei trainiert wird, ähnlich wie der Körper eines Sportlers oder das Gehirn eines Gedächtniskünstlers, Spezialisierten trainiert werden.

So ist es nicht überraschend, daß DasSpiel bei intensiven Spielern nach diesen Untersuchungen deutliche und spezifische Spuren hinterlassen hat. Das Gehirn hat sich also verändert. Es gibt sogar in der Untersuchung deutliche Hinweise darauf, daß dies unter anderem in zwei oder drei Hirnregionen stattfindet, die sonst bei der Untersuchung keine besondere Rolle gespielt haben. Hat das open-psych-plugin etwa quasi brachliegende Regionen des Hirns aktiviert und für seine Ankopplung nutzen können? Oder sind diese Regionen bei 'normalen' Menschen einfach nur wegen fehlender Anregung verkümmert? Oder sollte es alarmieren, daß das open-psych-plugin praktisch im Gehirn Anknüfungszonen, 'interfaces' hervorbringt und sich darüber eng mit den sonstigen Vorgängen im Hirn verbindet? Ist andererseits nicht gerade dieses das Ziel, um spielen zu können?

Immerhin konnte so festgestellt werden, daß die Hirnregionen, die beim betroffenen Spieler Auslöser des Hirnschlages waren, keine besondere Korrelation mit den 'DasSpiel-Regionen' haben, auch andere Regionen, die typisch auch bei sonsteigen Computer-Spielern ausgeprägt sind, sind damit offenbar nicht statistisch signifikant betroffen. Somit scheint nun sicher zu sein, daß der Hirnschlag nur ein Unglücksfall war und nichts damit zu tun hatte, daß der Spieler gerade DasSpiel gespielt hat.

Ob die aktuellen medizinischen Untersuchungen nun ein besseres Verständnis des open-psych-plugins mit sich bringen können oder wie man weiter untersuchen könnte, um dahingehend mehr zu verstehen, wird aktuell diskutiert und auch teilweise bereits ausprobiert. Ist es allerdings wirklich wünschenswert, genau zu verstehen, wie das Gehirn so weitgehend manipuliert werden kann - und sollte dies auch veröffentlicht werden? Nicht umsonst hatte DasSpiel ja schon das Interesse dubioser Organisationen geweckt. Da ist es nicht unbedingt dem 'Wohle der Menschheit' förderlich, wenn solche Erkenntnisse dann auch veröffentlich würden. Aber das ist natürlich ein allgemeines ethisches Dilemma, daß Erkenntnisgewinn immer auch das Risiko impliziert, daß die Erkenntnisse so eingesetzt werden, daß dies unerfreuliche Konsequenzen hat.

November 2012

Die erste α-Version von DasSpiel 1.2 ist von den Entwicklern in Umlauf gebracht worden. Ausgewählte Spieler dürfen testen. Einige Module können derzeit allerdings nur in sehr kleinem Kreise getestet werden, weil dafür eine spezielle Ausrüstung benötigt wird. Auch vom Prototyp des open-psych-plugins Version 1.2 gibt es bislang nur wenige Exemplare, die zudem nur unter qualifizierter Aufsicht getestet werden können. Zudem wurde eine spezielle und besonders leistungsfähige Protokoll-Version entwickelt, die dabei helfen soll, die Wirkung des open-psych-plugins genauer zu analysieren. Die Version ist jedoch nur für Forschungsgruppen gedacht, nicht für normale Spieler.

Mit der Forschungsversion sollen auch die Bemühungen im Rahmen der medizinischen Untersuchungen unterstützt werden. So möchte man im Zusammenspiel von medizinischer Untersuchung und den Protokollen des open-psych-plugins mehr über die Vorgänge verstehen. In Planung ist in diesem Zusammenhang auch noch eine spezielle Variante des open-psych-plugins, die in einem Kernspintomographen funktionieren kann, auch ohne dessen Funktion zu beeinträchtigen. Dazu fehlen aktuell allerdings noch ein paar Ideen. Aktuell werden zu dem Zwecke gerade einige Bauteile unter dem Einfluß starker Magnetfelder getestet. Bislang ist noch ungewiß, ob oder wie man da zum Ziel kommen kann.

Dezember 2012

Mit DasSpiel 1.2 geht es zügig voran, nach Version α-1 ist bereits α-2 erschienen und einem breiteren Kreis von Spielern verfügbar gemacht worden. Dies betrifft nun auch fast alle in Arbeit befindlichen Module.

Dank des breiten Interesses kann so zügig verbessert werden, nachdem grobe Fehler mit α-1 gefunden und beseitigt werden konnten. So oder so sind alle Tester angewiesen, nur unter Aufsicht mit den α-Versionen zu spielen, damit bei Problemen frühzeitig von Beobachtern eingegriffen werden kann. Während dies bei α-1 vorsichtshalber in zwei Fällen durchgeführt werden mußte, ist von α-2 bisher kein kritischer Zustand bekannt geworden.

Bekannt geworden sind allerdings eigenartige Irritationen der Spieler bei kleineren Systemfehlern, sofern die Spieler bereits die neue α-Version des open-psych-plugins verwenden. Von den Entwicklern war dazu zu erfahren, daß an dem Problem bereits gearbeitet werde. Aufgrund der starken Verbesserung des open-psych-plugins schlagen damit Störungen derzeit mehr auf den Spieler durch, weil bedingt durch die Testphase gewissen Dämpfungs- und Schutzmechanismen derzeit nicht aktiv sind, um neue, kritische Teile durchgehend testen zu können. Mit der α-Version des open-psych-plugins ist also auf jeden Fall nur ein Spielen unter Aufsicht angebracht. In der endgültigen Version des open-psych-plugins wie auch von DasSpiel 1.2 sind natürlich automatisch gleich mehrere Schutzmechanismen aktiv und nicht ohne Detailkenntnissse zu deaktivieren, um derartige Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Geplant ist noch vor Weihnachten die erste β-Version, zuvor noch eine weitere α-Version. Dann geht es allerdings in eine kurze Jahresendpause für die Entwicker, wonach es im neuen Jahr mit frischen Kräften an die Beseitigung der letzten Probleme gehen wird - und eben jener, die bis daher noch durch die Tests auftauchen werden.

Auch hinsichtlich der Forschungsversion gibt es einige Fortschritte. Mittlerweile wurde eine minimalistische Version des open-psych-plugin extra für diesen Zweck entwickelt, dessen Hauptteile sich einige Meter entfernt vom Spieler befinden, während diese nur noch eine Haube ähnlich einer Badekappe trägt, die mit einem zierlichen Strippenstrang mit dem Hauptteil verbunden ist.
Erfolgreich mit einem Spieler getestet wurde dies open-psych-plugin bereits ohne Kernspintomographen und umgedreht die Abschirmung des open-psych-plugin im Kernspintomographen ohne Spieler.
Zwar sind damit nur recht einfach Szenarien nutzbar und die Kompensation der zeitlichen Retardierung läuft bei dem Modell eigentlich immer am Rande des Möglichen, aber die bisherigen Ergebnisse sehen gut aus. Von daher ist auch hier abzusehen, daß Tests mit Spielern im Tomographen durchgeführt werden können - genaue Termine werden aber nur kurzfristig festgelegt, nachdem alle Tests abgeschlossen und ausgewertet sind.