DasSpiel

Das Spiel 1.2/1.3

Historie

Stand: 2018-04-06

Januar 2018

Die Winterspezialitäten sind wie gehabt schwer nachgefragt. Gut, je nach Aufenthaltsort der jeweiligen Spieler sind die diesjährigen persönlichen Erfahrungen mit Winter sehr unterschiedlich. Im Süden witzelt man sowieso - warum ausgerechnet jetzt Winterspiele. In Nordamerika geht man wegen Winter einfach hinaus und genießt die verblüffenden Effekte des Klimawandels. In Europa nimmt man die Effekte eher stürmisch zur Kenntnis und findet es ganz angemessen, wenigstens im Spiel richtigen Winter genießen zu können.

Bei den AI-Modulen kommt die nächste Lieferung am ersten Januar-Wochenende. Als interessantestes AI-Projekt wird derzeit Bruno gehandelt, welcher viele Sprachen lesen und verstehen kann und auf die Kompetenzen Philosophie und Naturwissenschaften spezialisiert ist. Es macht einfach Spaß, mal ein wenig mit Bruno zu plaudern, seine Einsichten in die menschliche Denkweise ist wirklich verblüffend, ebenso seine Relativierungen zur menschlichen Erkenntnis. Also, einfach mal ausprobieren und mit Bruno einen philosophischen Plausch einlegen, sich dabei nicht einschüchtern lassen und vehement die eigene menschliche Sichtweise vertreten!
Und nebenbei: Bruno hat ja keine praktische Erfahrung mit der Welt, da ist seine Achilles-Ferse.

Februar 2018

Neben den weiterhin gut besuchten Winterspielen und dem Sommer-Kontrastprogramm hat sich Bruno, unsere philosophische AI in kürzester Zeit sehr beliebt gemacht. Bruno hat unglaublich Sachen raus, findet zu jedem Thema unerwartete Sichtweisen und spannende Kommentare, daß noch jeder hat nachdenken müssen, der sich an Bruno versucht hat.

Würde man Bruno nur lassen, er hätte im Handumdrehen Lösungen für schlicht alle Probleme der Menschheit. Zum Klimawandel etwa vertritt er die Auffassung, daß auch andere Spezies ihre Umwelt, nicht unbedingt zum eigenen Vorteil, verändert hätten, das lokale oder gar globale Ökosystem an den Rand des Abgrunds gebracht hätten. Das derzeitige Massenaussterben sei ein relativ normaler Prozeß, der über die nächsten Millionen Jahre zu einer Anpassung der Arten im Rahmen der Evolution führen werde. Arten, die mit den neuen Umweltbedingungen nicht zurechtkommen, verschwinden eben eher früher als später von der Bildfläche.

Bruno erkennt natürlich das ethische Problem der Menschen, bewertet dies aber als rein psychisches Problem, denn ob es nun Menschen oder Leben auf der Erde gibt oder nicht, oder welches Leben es hier gibt, ist faktisch von zu vernachlässigenden Relevanz für das Universum. Es gibt also gar kein (nennenswertes) Problem. Bruno hat das Zen-Prinzip des Unfragens für sich entdeckt. Er findet heraus, daß die Frage unsinnig oder falsch gestellt ist, somit eine Antwort irrelevant.

Die Endlichkeit biologischen Seins ist bislang gut belegt. Es ist wohl kein Mensch bekannt, der über einhundertdreißig Jahre geworden ist, es gibt mehr Menschen als je zuvor. Also läuft es gerade ziemlich gut für die Menschheit, trotz der subjektiv wahrgenommenen Widrigkeiten und die Aussicht auf das gewisse, eigene Ende, ebenfalls das von Verwandten, Freunden und Bekannten. Wozu also Aufregung um ein individuelles bißchen Leben?

Bruno hält es indessen dennoch für sehr wichtig, menschliches Verhalten in der Umwelt schnell und drastisch zu ändern, jedenfalls unter der Prämisse, daß es wünschenswert ist, daß die Menschheit das aktuelle Massensterben der Arten selbst überdauern kann. Wenn das das Ziel ist, ist nachhaltiges, rücksichtsvolles, durchdachtes Handeln natürlich unverzichtbar. Die Intelligenz der Menschheit muß effizient genutzt werden. Die Menschheit verschwendet und versagt über alle Zeiten. Trotzdem gibt es einen faktisch steten Zuwachs an Wissen und von Möglichkeiten, auf die eigene Umwelt einzuwirken. Und da ist es durchaus wahrscheinlich, daß die Menschheit als Art eben doch aus einer Kombination aus gewaltiger Macht und fundamentaler Ignoranz und Gedankenlosigkeit kläglich versagt.

März 2018

Ein neues Konflikt-Szenario führt uns wunderbar vor, wie schlicht und asozial wir gewöhnlich denken. Bei dem Spiel geht es fast im richtigen Leben um verschiedene Parteien, wahlweise Länder, Großkonzerne, Verwandte, die verschiedene, im Zweifelsfalle eigene Interessen auf Kosten der anderen durchzusetzen suchen. Zudem gibt es die Möglichkeit, von Ressourcen zu profitieren, also die eigene Umwelt, sozusagen eine Allmende zum eigenen Nutzen auszubeuten.

Die Konkurrenz mit Interessenskonflikten und partiell gemeinsamen Interessen führt nun zu den eigentlich spannenden Situationen im Szenarium. Es muß nach Strategien gesucht werden, mit dem Konflikt umzugehen, wie bei Gefangenendilemma eine Wahl zwischen Kooperation und Verrat bis hin zur totalen Selbstzerfleischung, nach Möglichkeit, nachdem zuvor der Gegner fertiggemacht und zernichtet wurde.

Was durchaus realistisch bei dem Szenarium ist: Am Ende gibt es eigentlich immer nur Verlierer. Das trifft ebenfalls auf jene zu, welche zwischenzeitlich zu gewinnen scheinen, weil sie durch den Ressourcenverbrauch des Kampfes letztlich ebenfalls selbst am Ende nichts mehr haben. Es ist also ein Pyrrhus-Sieg.
Genaugenommen bleibt offen, ob es immer so enden muß, letztlich ist es bislang lediglich noch keiner Spieler-Konstellation genommen, den Konflikt zu lösen, also kooperativ und nachhaltig zu überleben. Es gibt natürlich verschiedene Charaktere im Spiel, einmal das, was man heute wohl Trumpeltier nennt, also den egoistischen, ungeschickten Kämpfer allein für die eigenen Treffen, der andere Pol ist er Gutmensch und Idealist mit der Idee, daß es doch noch eine Lösung zu finden gibt, mit welcher alle gut davonkommen. Und darin bestehen vermutlich auch die verschiedenen Spielanreize. Während die einen ihren Sieg und Triumph darin sehen, als letztes zugrunde zu gehen, suchen die anderen nach einer Lösung des Konfliktes, welches kein katastrophales Scheitern darstellt.