DasSpiel

Das Spiel 1.2/1.3

Historie

Stand: 2017-06-02

Januar 2017

Bei den Feiern zum Jahreswechsel ist es offenbar durch einzelne Personen zu einem Mißbrauch der experimentellen AS-Technik gekommen. Nur wenige Spieler haben ja überhaupt Zugriff auf diese Technik, trotzdem sind mehrere Personen in dem Szenario zum inoffiziellen Treffen zum Jahreswechsel desorientiert und berauscht erschienen. Obwohl es nicht ganz einfach gewesen ist, wurden zwei Personen eindeutig identifiziert und später dann auch zum Sachverhalt befragt.

Da Spieler in solch grenzdebilen Zuständen in den üblichen Szenarien unerwünscht sind, andererseits durchaus aber ein Sinn darin gesehen wird, in speziell dafür eingerichteten Szenarien Simulationen von Drogenerfahrungen, psychischen Störungen etc allgemein zugänglich zu machen, wird nun diskutiert, wie die Methode in Zukunft sicher auf spezielle Szenarien eingeschränkt werden kann. Bei einigen Spielszenarien ist es wiederum auch wünschenswert, daß sich Spieler durch eine manipulierte Retardierung keinen Vorteil verschaffen, das Szenario aber dazu in der Lage ist, die Retardierung für jeden Spieler anzupassen, um ähnliche Bedingungen zu gewährleisten.

Sowohl die Diskussion über die technische Umsetzung als auch die ethisch-moralische Bewertung der Möglichkeit an sich hat gerade erst begonnen. Die beiden zur Rede gestellten Spieler haben sich immerhin einsichtig gezeigt und haben der Gemeinschaft gegenüber eine Selbstverpflichtung abgegeben, die AS nur noch im dafür vorgesehenen Umfeld zu testen. Der Verpflichtung haben sich bereits mehrere weitere Personen angeschlossen, die Zugriff auf die Technik haben, mit weiteren wird kurzfristig gerechnet.

Februar 2017

Hinsichtlich der Absicherung der AS-Technik konnten gute Fortschritte mit einfachen Mitteln gemacht werden. Nunmehr ist beim Einsatz dieser Technik ein Algorithmus aktiv, welcher auffällige Abweichungen auffindet und signalisiert. So sind etwa Mitspieler gewarnt, aber es findet auch eine gewisse soziale Kontrolle statt.

In der Planung ist einmal wieder ein großes Spieletournier. Aktuell wird organisiert, welche Spiele daran teilnehmen und nach welche Regeln genau Meisterschaften ausgetragen werden. Natürlich werden bei diesen Spielen auch wieder Artifizielle Intelligenzen teilnehmen, sowohl verdeckt als auch offen. Bei einigen Spielen ist allerdings klar, daß diese durch ihre überdurchschnittliche Merkfähigkeit und die Möglichkeit schneller Berechnungen von Wahrscheinlichkeiten und anderen Sachverhalten große Vorteile hätten, so wird auch überlegt, wie man dies kompensieren kann, aber nicht überkompensieren, denn die Artifiziellen Intelligenzen haben gegenüber Menschen ja auch einige Nachteile, die man nicht so einfach ausgleichen kann. Eine kleine Arbeitsgruppe arbeitet daran, im Rahmen eines fairen Ausgleichs angemessene Regeln zu finden, um die Artifiziellen Intelligenzen innerhalb der normalen Variationsbreite anzusiedeln.

Ansonsten wird um rege Beteiligung an der Diskussion gebeten, welche Spiele das Tournier beinhalten soll. Nach Ende der Vorbereitungsphase ist dann auch mit einer Termindiskussion zu rechnen. Je nach Spieltyp wird der Austragungszeitraum variieren können. Bei größerer Teilnehmerzahl wäre mit Vorrunden zu rechnen, daher ist es wichtig, zeitig abschätzen zu können, wie groß die Teilnehmerzahl ist. Somit ist kurzfristig damit zu rechnen, sich in Teilnehmerlisten einzutragen.

März 2017

Die Vorbereitungen für das Spieleturnier sind weit fortgeschritten. Teilweise ist die Beteiligung so groß, daß Vorrunden im März beginnen. Die Hauptveranstaltungen finden im April statt.

Wir leben in irren Zeiten - wer hat das nicht in letzter Zeit schon einmal gedacht, aber es sind ja doch eher spezielle Mitmenschen, die uns irre machen können. Zudem war das in früheren Zeitaltern auch nicht anders, der Einfluß der Naturwissenschaften wird oft überschätzt.

Zum Zwang zur Lüge und Täuschung wurde nun ein neues Szenario veröffentlicht. Da mit dem open-psych-plugin problemlos erkannt werden kann, ob jemand bewußt lügt oder willkürlich erfindet, ändern sich bei einem Avatar in dem Szenario Farbe und Form, also mit jeder Lüge wird der Avatar etwas röter und bläst sich auf. Teilnehmer stellen sich gegenseitig möglichst heikle Fragen, wer zuletzt tiefrot platzt, lügt am besten oder auch unauffälligsten!
In einer anderen Spielvariante ist es hingegen das Ziel, irgendwo im Mittelfeld zu bleiben, wer gar nicht lügt, wird immer blasser und dünner und friert irgendwann ein. Entsprechend, wer zuviel lügt, platzt wieder tiefrot, im heimeligen Mittelfeld hingegen kommt man weiter, fast wie im richtigen Leben.

April 2017

Das Spieleturnier ist inzwischen angelaufen. Bei den großen Spielrunden haben bereits Vorturniere und Ausscheidungswettkämpfe stattgefunden. Im April gibt es hier nun die Endrunden und auch die Turniere der kleineren Spielrunden. Wie gehabt können auch AIs teilnehmen, ohne daß diese als solche explizit gekennzeichnet wären. Bei einigen fällt es natürlich auch, bei anderen weniger. Daneben gibt es ja auch wieder die allseits beliebten Touring-Tests in verschiedenen Variationen, wer versucht was oder wen zu erkennen, also auch insbesondere in der Variante, daß AIs versuchen zu erkennen, ob oder wer die AI ist, daneben gibt es auch Runden, wo nur AIs oder nur Menschen die Fragen beantworten. Das erhöht das Spielvergnügen und die Zufallstrefferquote fällt enorm.

Zum Lügen-Szenario hat sich ein philosophischer Diskurs darüber entwickelt, wie aussagekräftig die Lügen-Information eigentlich sein kann, wenn etwa notorische Lügner die eigene Phantasiewelt für real halten. Und natürlich hat ein jeder sein eigenes Bild von der Welt, welches eher mehr als weniger nicht stimmt, bei den meisten mehr, bei wenigen weniger. Das eigene Gehirn hält ja nur das für eine Lüge, was absichtlich nicht zum eigenen Bild von der Wahrheit paßt. Somit detektiert das Szenario also eher das Gehirn im Konflikt zwischen den absichtlich falschen Aussagen, mit denen Ziele erreicht werden sollen und dem damit kontrastierenden Erinnerungen daran, wie es ist. Von daher erfährt man in dem Szenario also, ob das Gehirn glaubt, daß es lügt, was natürlich für die soziale Interaktion interessant ist, weniger bezüglich des Wahrheitsgehaltes der Aussage selbst.

Mai 2017

Das Spieleturnier ist inzwischen abgeschlossen und hat sich reger Beteiligung erfreut. Die beteiligten AIs haben signifikant überdurchschnittlich abgeschnitten, waren aber zumeist nicht die besten Spieler. Klare Spielregeln und hohe Rechenleistung und gutes Merkvermögen erhöhen natürlich den Spielerfolg. Gegenüber einigen Spielern bestehen hingegen offenbar trotzdem gewisse Nachteile, wenn diese Experten für ein bestimmtes Spiel sind und viele Strategien kennen, die sich die AIs erst noch im Laufe des Spiels erarbeiten müssen, denn keine AI hatte Expertenkenntnisse bei einem der Turnierspiele, was sich natürlich bis zum nächsten Turnier ändern könnte. Bei Spielen mit hohem kreativen Anteil scheint es ebenfalls gewissen Nachteile gegenüber einigen besonders talentierten menschlichen Spielern zu geben.

Die erweiterten Touring-Tests haben sich als großer Spaß erwiesen. Die AIs in der Rolle der Fragesteller hatten zunächst schnell eine Strategie heraus, um Menschen von AIs zu unterscheiden. Das hat allerdings nur solange funktioniert, bis den AIs in der Rolle der Beantworter klar wurde, daß sie ja nicht ehrlich antworten müssen und sie sich durch Exposition hoher Rechenleistung und hoher Gedächtnisleistung schnell exponieren. Dies war ihnen natürlich auch schon mit menschlichen Fragestellern bekannt, allerdings haben diese aufgrund ihrer Möglichkeiten und Lebenserfahrung andere Fragestrategien.
Generell stellt sich so heraus, daß es sowohl für Menschen als auch AIs relativ einfach ist, menschliche von anderen Fragestellern zu unterscheiden. Bei den Möglichkeiten der beteiligten AIs ist es hingegen nach einer Eingewöhnungsphase für alle Fragesteller schwierig, treffsicher zu unterscheiden. Die Statistik ergibt jedoch ein klares Bild, sowohl Menschen als auch AIs haben beim Turing-Test eine statistisch signifikant höhere Trefferquote als dies mit Zufallstreffern erklärbar wäre.
Das Verhalten ist einerseits also offenbar mehr oder weniger unterscheidbar, dies benötigt allerdings längere Befragungen und die für das Erkennen relevanten Unterschiede scheinen eher nicht im Bereich Intelligenz und bewußtes Selbst zu liegen, was einen daran zweifeln läßt, ob ein Touring-Test wirklich mehr sein könnte als ein kurzweiliges Spiel.