Öffentliche Kunst in Hannover

Another Twister (João)

Die monumentale, weiß lackierte Skulptur ist auf einem niedrigen, quadratischen Sockel montiert. Unten beginnt das Objekt mit einem schmalen, runden, mit dem Sockel verschraubten Fuß. Nach oben wird es trichterartig breiter und besteht aus gebogenen Metallstreifen (Aluminium und Stahl), welche miteinander verschraubt oder verschweißt sind. In einigen Bereichen ergibt sich so ein komplettes Durcheinander, welches sich aber insgesamt zu dem im Namen suggerierten Wirbelsturm auflöst, beinahe als wäre es ein kleines, allerdings sehr stark abstrahiertes Modell eines Wirbelsturmes mit Stömen von eingesogenem Material, welches nun im Wirbel kreist, aneinanderstößt, verbogen wird und hoch und hinweg geschleudert wird.

Nun gibt es in Hannover im Besonderen, in Niedersachsen im Allgemeinen selten Wirbelstürme mit solchen Folgen, wie diese Skulptur sie suggeriert, aufgrund des Klimawandels treten allerdings auch in Norddeutschland häufiger einmal Windhosen mit einiger Zerstörungskraft auf. Komplett ohne aktuellen Bezug ist die Skulptur also nicht, wenn man auch sagen muß, daß dieser im Heimatland der Künstlerin aufgrund der dortigen geographischen Gegebenheiten viel stärker ist.

Die Künstlerin hat bereits mehrere solcher oder ähnlicher monumentaler Skulpturen geschaffen, worauf auch der Name der Skulptur hinweist - es ist eben nur ein weiteres Wirbelsturmmodell der Künstlerin. Aber in ihrem Heimatland treten solche Wetterphänomene ja auch häufiger auf. Als auffälliger Hingucker vor dem Museum eignet sich die Skulptur natürlich sehr gut, wirkt deutlich aggressiver, raumgreifender, durchschaubarer als die eher verschlossene, geheimnisvolle Skulptur Stahl 5/81 von Erich Hauser, welche hier zuvor lange Jahre gestanden hat und nun auf die Rückseite des neuen Anbaus des Museums weichen mußte.

Was würde passieren, wenn solch ein Wirbelsturm gerade zufällig auf solch eine Skulptur treffen würde? Der Schwerpunkt ist sicherlich weit oben, die Angriffsflächen groß, die Verschraubung mit dem Sockel ist notgedrungen auf sehr engem Raum, es gibt also einen großen Dreharm - vielleicht oder vermutlich würde das Objekt recht bald mitfliegen ...

João aus dem Titel ist ein portugiesischer Name, auf deutsch etwa Johann. Twister João scheint ein Motorrad zu sein, hat hier aber vermutlich keinen Bezug zum Werk, der eindeutig erkennbar wäre.

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