Öffentliche Kunst in Hannover

flusswärts 2: Fügung und Trennung Zyklus VIII / Sanduhr

Die Skulptur besteht aus vier dicken Sandsteinplatten, die in einer Reihe angeordnet sind, ungefähr senkrecht vom Weg zum Ufer der Leine. Während drei auf der schmalen Seite in der Erde stecken, liegt die letzte Platte flach teils auf einem improvisierten Fundament am steilen Ufer der Leine, etwas darüber hinausragend. Am Rand der liegenden Platte sind zudem unten bis etwa zur halben Höhe kleine Aussparungen eingearbeitet. Zwischen den Platten sind kleine Leerräume. Die breiten Flächen sind leicht rau, vermutlich einfach aus dem Sandstein gespalten, die schmalen Seiten sind unregelmäßig bearbeitet, geriffelt, teils auch so geformt, daß die benachbarten Flächen zweier Platten miteinander korrespondieren, als wären sie mal ein Stein gewesen. Die Korrespondenz und der Abstand zwischen zwei Platten spiegeln sich im Titel wider - Fügung und Trennung.

Bei einer 'normalen' Sanduhr rieselt ja Sand von einem oberen in ein unteres Gefäß durch ein kleines Loch. Für den kompletten Durchlauf wird immer die gleiche Zeit benötigt. Hier wurde der Sand zu historischer Zeit zu Gestein gepreßt, dann irgendwann aus dem Steinbruch gespalten, bearbeitet und hier aufgestellt. Von daher gibt es auch einen zeitlichen Ablauf. Nun weiß man, daß man organisches Material als Uhr nutzen kann, etwa indem die Menge an radioaktiven Kohlenstoff darin bestimmt wird. Bei einigen Gesteinsarten gibt es ähnliche Möglichkeiten, ob bei Sandstein auch, weiß ich allerdings nicht. Der konkrete Zusammenhang zu einer brauchbaren Uhr bleibt also offen. Allenfalls könnte man die Steine wohl noch als Sonnenuhr nutzen, dafür fehlt allerdings eine Skala.

Der Bestandteil 'Zyklus VIII' impliziert wohl, daß Harald Thomas irgendwo noch weitere von solchen Steinensembeln herumstehen hat, die vielleicht zum gleichen Zyklus gehören. Dann könnte man auch noch vermuten, daß es wiederum mindestens weitere sieben solcher Zyklen gibt - aber vielleicht soll diese Assoziation auch nur durch den Titel erweckt werden, auch im Zusammenhang mit einer Uhr, die ebenfalls mit Zyklen zu tun hat, Schaffensperioden von Künstlern als deren persönliches Zeitnormal.

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